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besserwisserboy86 - Weiße Weihnacht

Weiße Weihnacht

„*lachend* Na du gehst aber ganz schön ran, Süßer!“ „Tja, wer will Weihnachten schon allein sein? *hoffnungsvolllächelnd* Wer will überhaupt allein sein? Und damit meine ich nicht, sich für eine gewisse Zeit in eine sichere Höhle zurückzuziehen, beispielsweise um nachzudenken, sondern prinzipiell allein sein zu wollen. Immer. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Das kann doch niemand ernsthaft wollen. Ohne Girl an meiner Seite bin ich einfach nicht komplett!“ „Hm, das klingt jetzt aber nicht nach der ganz großen Liebe. *skeptischdreinblickend*“ „Ach Baby: Liebe kann wachsen. Liebe braucht Zeit. Mag  ja sein, dass es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick gibt. Aber viel häufiger ist es doch, dass sie sich entwickelt. Nach und nach, peu à peu, step by step, Schritt für Schritt. Und wir haben ja noch etwas Zeit.“ „Moment mal. Wir haben uns doch gerade erst kennengelernt. Abgesehen davon ist Liebe vorhanden oder eben nicht.“ „Es tut nichts zur Sache, wann man sich kennenlernt. Dieses Gefühl. Ich habe ein verdammt gutes Gefühl, was uns betrifft. Und Liebe ist eine Herzensangelegenheit.“


Montagmittag. Hauptbahnhof München. Der Mittzwanziger hat das nette, langbeinige, blonde Teeny-Bunny, welches in Rosenheim zustieg und ihm gleich aufgefallen ist, spontan auf ein Eis am Bahnhof eingeladen, ehe seine Fahrt Richtung Dortmund weitergeht. Und sie sich mit einigen Freundinnen zum Shoppen trifft. Bahnhofsgetöse. Ein Kind sucht weinend seine Mutter. Großstadttypischer Smog. Eine klischeemäßig anmutende Bahnhofsuhr tickt leise aber unaufhörlich monoton. Man hört quietschende Bremsen, schreiende Menschen, klingelnde Handys. Sieht Schilder und Wege, animierte Werbung, eine Schülergruppe auf dem Bahnsteig, wartende Menschen, Polizisten und noch mehr Menschen. Bewegung. Ein Kommen und Gehen. Und Drängeln. Heranrasende Züge halten um kurz danach ihre Reise fortzusetzen. Fast-Food-Geruch liegt in der Luft. Ein Zeitungshändler brüllt. Eine Mutter, die nach ihrem Kind ruft. Und überall Müll. Ein Ort des Abschieds und des Wiedersehens. Und der Möglichkeiten. Und leider auch der Gewalt.


„Trotzdem kennen wir uns doch eigentlich noch gar nicht. Zumindest nicht so wirklich.“ „Mir gefällt, was ich sehe und deine Art fesselt mich. Ich knie vor dir. Ich liege dir symbolisch zu Füßen. Ich steh‘ auf dich. Das musst du mir glauben.“ „So ganz ist das Eis zwischen uns  noch nicht getaut. Du bist irgendwie anders.“ „Du auch. Du bist perfekt. Du bist wie geschaffen für mich. Du stellst alle anderen Mädels in den Schatten. Du raubst mir den Atem. Außerdem gibt es bei +5°C doch gar kein Eis. Es ist quasi Sommer. Die Schmetterlinge tanzen im Bauch und du bist das Heißeste, sorry, die Heißeste, die ich je gesehen habe.“ „Danke. Aber du übertreibst.“ „Überhaupt nicht. Wenn ich es dir doch sage. Ich liebe dich! *überzeugendihrindieAugenschauend“
 

„Du versuchst dich also als Schriftsteller. Bloggst mehr oder minder erfolgreich im Internet vor dich hin, träumst von der großen Karriere…“ „…und dir an meiner Seite!“ „Schon klar.“ „Ehrlich!“ „Also erzähl noch mal von dem Gedicht, woran du momentan arbeitest. Das fand ich nämlich ziemlich interessant. ‚Wenn Schmetterlinge im Bauch toben / Und die Zungen sich verknoten‘.“ „Ne, das war ‚Erste Liebe‘ – und den Text fandest du gar nicht toll. Du meinst ‚Die Suche‘ oder wie ich den Text mal  nennen werde.“ „Ach der Titel steht noch nicht fest?“ „Nein, der ist erst vorläufig. Manchmal, eigentlich meistens, habe ich erst eine Überschrift zu der ich dann etwas Passendes schreibe, aber manchmal ändere ich den Titel hinterher noch einmal beziehungsweise überlege mir erst als Letztes, wie ich das Werk nenne.“ „Cool. Und es geht um das größte Gefühl – Liebe? Und männlicher und weiblicher Körperbau sollen anhand der Verslängen und Versanzahl pro Strophe dargestellt werden? Crazy!“ „Crazy?“ „Ich meine, wie soll das denn gehen?“ „Naja, Frauen haben schlanke Schultern und üppig gerundete Hüften während…“ „…üppig gerundete Hüften? Verstehe!“ „Ja. Das ist zum Einen weiblich, erotisch, und eben nicht niedlich. Niedlich ist der Gegenpart zu sexy. Zum Anderen angeblich gesund. Selbst wenn das viele Girls nicht wahrhaben wollen. Bei Jungs ist es eben gerade umgedreht. Breite Schultern und so. Also beispielweise je vier Strophen, einmal mit drei, vier, vier, fünf Versen und beim männlichen Part mit fünf, vier, vier, drei Versen. Was hast du denn daran schon wieder auszusetzen?“ „Nichts.*lach* Das fällt doch niemandem auf. Das bemerkt und checkt keiner deiner lieben Leser, fürchte ich. Mach‘ ruhig weiter, Meister der Deutschen Sprache!“ „Es soll, wie gesagt, drei Hauptteile geben: Im Ersten sucht eine Frau, im zweiten ein Mann…“ „…und im dritten finden und verlieben sie sich. Happy End.“ „Nicht direkt. Der dritte Teil soll eigentlich rein reflexiver Natur sein. Irgendjemandem fällt es immer auf. Garantiert. *überzeugendwirkend*“ „Ich merke schon, du willst immer einen kognitiven Prozess anregen.“ „Genau. Der Leser soll nachdenken. Begreifen. Erkennen. Seinen Horizont erweitern. Mit anderen Standpunkten und Sichtweisen konfrontiert werden. Sich weiterentwickeln.“ „Ah ja. Da steht deiner ruhmreichen Karriere nichts im Wege. Zumindest wenn es dir gelingt, geeignete Adressaten zu finden. Ein passendes Publikum für dich zu gewinnen.“ „In meinen Texten gibt es eben jede Menge Raffinesse zwischen den Zeilen. Auf den ersten Blick sieht man nur einen Bruchteil des Ganzen. Man muss schon genau hin sehen. Alles andere wäre mir zu langweilig und würde mir obendrein keinen Spaß machen.“ Die Beiden schlecken an den letzten Eisresten.


„Um ehrlich zu sein: Du schreibst einfach zu kompliziert und du flirtest einfach zu kompliziert! Ich bin zwar keine Flirtspezialistin und auch keine Sexpertin aber versuch es doch einfach etwas einfacher. *lächelnd* Irgendwie verständlicher.“ Er bezahlt die Rechnung und die Beiden verlassen die Eisdiele. Der Abschied naht. „Du meinst, frei von der Leber weg? ‚Einsamer M sucht einsame W zum gemeinsamen einsamen‘? *lächelnd* Auf diese Art? Das ist einfach nicht mein Stil!“ „*lacht* Na so extrem auch wieder nicht! Du denkst einfach viel zu viel. *resigniert lächelnd*“ „Aber ich versuch doch zu fühlen. Außerdem denken die meisten Mitmeschen leider zu wenig. Und sie sind nur selten offen und ehrlich. Aufrichtigkeit existiert praktisch nicht mehr. Ich weiß auch nicht. *mitleidigguckend*“ Ein Zug rattert durch die Bahnhofshalle, sodass sie nichts versteht, weshalb er wiederholt, dass er bemüht sei, in Zukunft mehr zu fühlen und weniger zu denken. „Du bist echt nett, lustig und süß. Das klappt bestimmt noch – deine Fahrt dauert noch länger. Da könnte noch einiges passieren. Die nächste Bekanntschaft wartet bestimmt schon auf dich. Die Welt ist voller Frauen! Und irgendeine steht bestimmt auf deine weißen Flocken! *lautloslachend*“


„Weiße Flocken würden dir doch bestimmt auch gefallen?“ „Du solltest deine Flirtstrategie ändern. Warum versuchst du es nicht gleich mit Goethe und fragst, wie ich es mit der Religion halte? Du machst doch auf Schriftsteller! Das wäre völlig verkehrt und würde komplett falsch verstanden werden. Aber ich wünsche dir viel Glück. Vielleicht trifft man sich ja mal wieder? Meine Mailadresse hast du ja in deinem Notebook abgespeichert.“ „Aber klar doch. Mach’s gut und viel Spaß beim Einkaufen!“ „Dir auch. Und denke an meine Tipps! Dann wird es bestimmt doch noch weiße Weihnacht…“ Sie geht. Er blickt auf die konservative Bahnhofsuhr und stellt fest, dass sein Zug bereits abgefahren ist. Zu  lange vergebens geflirtet. Er schüttelt den Kopf und erkundigt sich, wie lange er auf den Nächsten warten muss. Die nette, kleine, rothaarige Auskunft himmelt ihn intensiv an…

© besserwisserboy86, 23.12.2008

 

24.12.08 01:13
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


zillie / Website (24.12.08 01:46)
Das Leben ist einfach ungerecht...

Dir auch schöne Festtage und vielversprechende Bekanntschaften ; ))

GB Pics
GB Pics - Frohe Weihnachten



Hong / Website (24.12.08 16:41)
Huhu,
danke, ich wünsch dir auch super schöne Weihnachten :**


ff / Website (24.12.08 21:48)
frohe weihnachten!!
tja, wer will schon allein sein...

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